Jahresbericht 2020

Umsetzung der Jugendarbeit unter dem Motto «Nehmen und Geben»

 

Das Jahr 2020 stand unter dem Motto «Nehmen und Geben». Wie im Jahr zuvor war unser erklärtes Ziel, unsere Arbeit einem übergeordneten Thema unterzuordnen. Dies auch um unseren Fokus in eine bestimmte Richtung zu lenken und gleichzeitig Kriterien zu bestimmen, welche für eine Evaluation tauglich waren. Beim diesjährigen Motto stellten wir uns so entsprechende Frage auf verschiedenen Ebenen der Offenen Jugendarbeit.

 

1.     Strukturell

Seit nun einem Jahr ist das neue Konzept für die Offene Jugendarbeit Region Diessenhofen in Kraft. Ein Leistungsauftrag zwischen der Trägerschaft und der Jugendkommission regelt die Kompetenzen und den Einsatz der zur Verfügung stehenden Gelder. In diesem Zuge wurde die Jugendkommission mit erweiterten Kompetenzen ausgestattet. Die Kommission regelte prinzipiell alle Bereiche, der im Leistungsauftrag definierten Aufgaben. So verfügte sie über ein Budget von CHF 19'500.--. Über diesen Betrag konnte die Kommission frei bestimmen. Im Gremium waren zwei Mitglieder der Stadtgemeinde Diessenhofen und je ein Mitglied der Gemeinden Schlatt, Basadingen-Schlattingen und VSGD vertreten. So war beinahe jede Interessensgruppe der Trägerschaft vertreten (bis auf eine Vertretung der Kirchgemeinden, deren Sitz zurzeit nicht besetzt ist). So war es sehr gut möglich alle finanziellen Leistungen der Trägerschaft auf eine adäquate Gegenleistung durch die Offene Jugendarbeit zu gewährleisten. 

JUKO von links nach rechts:

Kevin Kern Stadtrat Diessenhofen, Doris Fritschi Gemeinde Schlatt, Roman Herter Gemeinderat Basadingen-Schlattingen, Lida Rohner Volksschulgemeinde Diessenhofen, Maja Bodenmann Stadträtin Diessenhofen und Präsidentin der Jugendkommission

 

Die Leitung der Offenen Jugendarbeit war für alle Bereiche der operativen Umsetzung verantwortlich und bestimmte die Inhalte, Regeln, Methoden und Mittel. Hierfür unterbreitete sie der Jugendkommission anfangs Jahr eine Jahresplanung und vierteljährlich detaillierte Quartalsplanungen. Die Verwendung der Ressourcen wurde in Teilbereiche unterteilt und diese beinhalteten unter anderem Treffbetrieb, Projekte, Events, Anschaffungen usw. Um die Umsetzung klar strukturiert und evaluierbar gestalten zu können, wurde eine zusätzliche Leistungsvereinbarung zwischen der Jugendkommission und der Offenen Jugendarbeit erstellt. Die Kommission regelte und kontrollierte in erster Linie die Verwendung der gesprochenen Gelder. Hierfür erarbeitete die Leitung der Offenen Jugendarbeit für jedes Quartal ein Budget. Die Kommission prüfte diese Vorschläge anhand der Kriterien des Leistungsauftrags und bewilligte danach die Verwendung. Über die Erreichung der jeweiligen Ziele wurde vierteljährlich berichtet.

Um noch genauer eruieren zu können wurden Statistiken erstellt, welche über verschiedene Bereiche der Jugendarbeit Aufschluss gaben:

 

·       BesucherInnen-Zahlen

·       Auslastung der Jugendarbeitenden

·       Einsatz der zur Verfügung stehenden zeitlichen und finanziellen Ressourcen

 

Diese Zahlen waren jederzeit abrufbar und standen den Partnerinnen anonymisiert zur Verfügung. Diese Analysen ermöglichten es den Gemeinden einzusehen wie die Verteilung der Besuchenden verlagert waren und welche Leistungsbereiche für die Jugendarbeitenden erfüllbar waren. Die VSGD konnte erkennen wie gross der Anteil der SchülerInnen an den Gesamtzahlen war und die erweiterte Betreuung während der Ferien ablesen.

Leistungen, welche allen beteiligten Parteien gleichermassen zur Verfügung standen, waren:

 

1.   Besuch des Jugendtreffs Mittwoch, Freitag und Samstag von den Jugendlichen ab zwölf            Jahren der Gemeinden Diessenhofen, Schlatt und Basadingen-Schlattingen - also im   Wesentlichen der Schüler der Oberstufe VSGD.

2.   Erweiterte Öffnungszeiten und Angebote während der Schulferien.

3.   Partizipation dieser Jugendlichen bei Projekten der Offenen Jugendarbeit.

4.   Teilnahme an Veranstaltungen, Turnieren, Events und Aktionen der Offenen Jugendarbeit innerhalb des dafür vorgesehenen Kontingentes.

5.   Nutzen des Angebotes an Beratung und Coaching durch die Leitung der Offenen Jugendarbeit Diessenhofen.

6.   Die Erhaltung des Qualitäts-Standards durch Vernetzung und Weiterbildung.

 

Zusätzlich konnte, in einem geringeren Umfang, der Stadtgemeinde Diessenhofen (als weitaus grösstem Geldgeber) weitere Leistungen (innerhalb von den zeitlichen Möglichkeiten der Jugendarbeitenden) zur Verfügung gestellt werden. Dazu gehörten Rundgänge in der Gemeinde, Ausarbeitung von Konzepten und Erstellung von Berichten ausserhalb der Kernaufgaben der OJA.

Für die anderen Partnerinnen konnte ein Stundensatz von CHF 65.— für zusätzliche Leistungen eruiert werden. Die Auswertung hat aber ergeben, dass die OJA Diessenhofen voll ausgelastet arbeitete und zusätzliche Leistungen (ohne Reduktion in anderen Bereichen) nicht möglich waren.

So ist es uns gelungen in den meisten Bereichen der partnerschaftlichen Zusammenarbeit die Leistungen und Gegenleistungen zu benennen und zu erfüllen.

 

 Struktur im Jugendtreff

 

Im Bereich des Jugendtreffs gab es drei Schwerpunkt-Gruppen. Diese hatten unterschiedliche Kompetenzen und das Verhältnis zwischen «Nehmen und Geben» war deshalb auch unterschiedlich gelagert.

 

1.     Bronze-Gruppe

Dieser wurde das Basis-Angebot zur Verfügung gestellt. Das beinhaltete die Partizipation an Infrastruktur, Projekten und Events. Grundsätzlich wird in der Offenen Jugendarbeit eine niederschwellige Haltung gepflegt. Dies bedeutet, dass keine einschränkenden Bedingungen für den Zutritt errichtet werden. Sehr wohl wurde aber die Einhaltung der grundlegenden Regeln erwartet und die Sauberhaltung des eigenen Bereichs. Weitere Erwartungen an die Bronze-Gruppe als Gegenleistung für die Leistungen wurde nicht gestellt.

2.     Silber-Gruppe

Diese Gruppe war bereit zusätzliche Verantwortung zu übernehmen, vertrat die Regeln auch nach aussen, beteiligte sich an organisatorischen Arbeiten und half bei der Grundreinigung und an der Theke. Als erweiterte Gegenleistung hatte diese Gruppe (23 Mitglieder) Vergünstigungen an der Theke und durfte den Raum auch ausserhalb der Öffnungszeiten mitbenützen und an speziellen Events teilnehmen. 

3.     Verein D-TOWN-53

Diese Gruppe der älteren Jugendlichen (meistens ab 18 Jahren) entwächst in der Regel aus der Silber-Gruppe. Sie war sich über die Tragweite der Auswirkungen aus dem eigenen Handeln zunehmend bewusst und übernahm auch Aufgaben in der Begleitung der Silbergruppe. Sie wirkte als Partner-Vereinigung der OJA. Als Gegenleistung für ihre Zusammenarbeit verwaltete diese Gruppe einen eigenen Schlüssel zum Jugendtreff und konnte diesen innerhalb des vereinbarten Rahmens autonom nutzen. Die Gruppe umfasst zurzeit rund 15 Jugendliche.

 

Soziale und ökologische Verantwortung

 

Im Laufe des Jahres 2020 passten wir auch das Angebot an der Theke an unser Jahres-Motto an. In der Jugendarbeit achteten wir darauf, dass die Jugendlichen ein Angebot an günstigen Speisen und Getränken zur Verfügung gestellt erhielten. Dabei beachteten wir, dass schon für wenige Franken ein angemessener Snack erhältlich war. In unserer Analyse wurde klar ersichtlich, dass es dabei nicht vertretbar war, Fleischwaren anzubieten. Produkte in dieser Sparte, welche so günstig waren, dass sie ins Sortiment aufgenommen werden konnten, hatten weder die Qualität noch die artgerechte Tierhaltung zugrundeliegend, welche einer verantwortungsvollen Haltung entsprach. So hatten wir uns entschlossen das Angebot vegetarisch zu gestalten. Dabei war uns bewusst, dass die Arbeit damit noch nicht abgeschlossen ist und auch andere Produkte auf deren Verträglichkeit in der Verantwortung für das Tierwohl und der Umwelt geprüft werden müssen. Wir erachten dies auch in Zukunft einerseits als Aufgabe, dass die Jugendlichen als Gegenleistung für ihr Geld ein angemessenes Produkt erhalten. Andererseits ist es auch ein Minimum an ausgleichendem Agieren in Bezug auf Nachhaltigkeit und Umwelt. Dieses Thema möchten wir auch weiterhin pflegen und evtl. auf andere Bereiche erweitern.

Corona-Massnahmen

 

Nach dem corona-bedingten Unterbruch des Treffbetriebes im Frühling war eine Wiederaufnahme im Juni möglich. Um dies ermöglichen zu können war eine gewisse Vorleistung notwendig. Verschiedene Schutzkonzepte mussten erstellt und den jeweiligen Situationen angepasst werden. Zudem waren auch bauliche Massnahmen notwendig. Absperrungen mussten errichtet und Hygieneposten installiert werden. Zudem wurden die Besuchenden in Gruppen eingeteilt und der Ablauf und die Öffnungszeiten entsprechen angepasst. Dies haben wir aber gerne erfüllt um als Gegenleistung den Treff für die Jugendlichen wieder zugänglich machen zu können.

So gelang es uns Leistungen der Offenen Jugendarbeit über das ganze Jahr aufrecht zu erhalten, obwohl einige andere Organisationen den Betrieb komplett einstellen mussten. Natürlich bedeutete der offene Betrieb auch eine gesteigerte Gefahr für das Personal, da gerade im Bereich der bis 15-Jährigen kaum einschränkende Massnahmen bestimmt waren (ausser der Maskenpflicht). Die Ansteckungsgefahr für das Betreuungspersonal Jugendlicher war laut einer Studie aus Deutschland sogar am höchsten aller Berufsgattungen.

Sehr einschränkend war dieses Jahr auch für die Altersgruppe der +16-Jährigen. Sie wurden teilweise durch die Massnahmen komplett ausgeschlossen oder auf eine geringe Anzahl reduziert. Zurzeit sind dies 5 Personen (inkl. Betreuung). Die Möglichkeiten der jungen Erwachsenen wurden durch diese Massnahmen sehr eingeschränkt und können so auch nicht nachgeholt werden. Studien ergaben, dass die psychische Belastung der Jugendlichen mit Länge der Einschränkungen stark zunahm und auch gesundheitliche Auswirkungen in Form von Depression bewirkten.

Projekte

 

Die Corona-Krise krempelte auch die Pläne der Offenen Jugendarbeit um. So konnte der geplante Ablauf nicht eingehalten werden. Wesentliche Schwerpunkte in 2020 bildeten so die Corona-bedingten Massnahmen und die Erstellung von Alternativ-Angeboten. Auch konnten verschiedene Instandhaltungs- und Renovationsarbeiten erledigt und die Infrastruktur erweitert werden. Zum Beispiel wurde die elektrische Anlage im Bereich der Theke an die aktuellen Bedürfnisse angepasst.

Als Kontakt-Medium während der Corona-Pause diente uns das Live-Stream-Angebot mit Interviews mit Jugendlichen und musikalische Einlagen. Die Infrastruktur hierfür war beim Leiter Stephan Mayenknecht grösstenteils vorhanden und konnte so kostengünstig eingesetzt werden. Diese «Notlösung» ergab aber sogar neue Möglichkeiten in der Jugendarbeit und könnte durchaus in Zukunft fester Bestandteil werden. Lag die Moderation bisher bei der Leitung könnte dann die «Sendung» von Jugendlichen geplant und moderiert werden. Natürlich wird dann das Projekt begleitet und auf die rechtlichen Rahmenbedingungen geachtet.

 

Diese anspruchsvolle Zeit hat uns wieder gezeigt, wie wichtig Flexibilität in der Jugendarbeit ist. Hier muss man immer wieder die Möglichkeit haben, schnell auf wechselnde Situationen eingehen zu können. Sehr vorteilhaft dabei ist, wie in unserem Fall, wenn die Trägerschaft die notwendigen Rahmenbedingungen dafür bereitstellt und den Spielraum für Aussergewöhnliches gewährt. Herzlichen Dank dafür.

Bewerbungs-Coaching

 

In den letzten Wochen häuften sich die Anfragen von Jugendlichen zur Unterstützung bei Bewerbungen. Dabei erkannte ich (Stephan Mayenknecht), dass einige Unterlagen sich in einem sehr schlechten Zustand präsentierten. Gemeinsam mit den Jugendlichen wurde darauf am Erscheinungsbild und am Inhalt gefeilt. In vielen Jahren der beruflichen Integration habe ich die Erfahrung gesammelt, dass Stellenverantwortliche nur wenige Minuten, teilweise nur Sekunden, verwenden zur Einschätzung von KandidatInnen. Das ist vielen Jugendlichen noch nicht bewusst und sie unterschätzen den geringen Spielraum. Deshalb werde ich auch gerne zukünftig vermehr mein Know-how zur Verfügung stellen und mit der Schulgemeinde das Vorgehen koordinieren. Ich bin sicher, dass wir so einen guten Beitrag leisten können. Einige der Beratungen haben glücklicherweise sogar schon zu Vorstellungsgesprächen und Lehrstelle geführt. Das freut mich besonders. Das beruht natürlich nicht hauptsächlich auf unserer Leistung, sondern auf der guten Vorbereitung durch die Schule. Wenn wir einen zusätzlichen Effekt erzielen können freut uns das natürlich sehr.

Das Jahres-Highlight bildete der Einbau von Podesten im hinteren Teil des Jugendtreffs.

Dieses Bauvorhaben war ein spezieller Wunsch der «Silber-Gruppe». Da immer noch neue Jugendliche den Treff besuchten und auch die Aussengemeinden zunehmend stärker vertreten waren, wurde des Öfteren der Platz knapp. Bis zu 60 Jugendliche hielten sich zu Stosszeiten gleichzeitig in Raum auf. So dienen diese beiden zusätzlichen Flächen zukünftig als Aufenthalt für diese Gruppe, welche sich besonders für den Jugendtreff einsetzt.

Die Planung dieser Arbeiten war doch recht umfangreich, musste sie doch den feuerpolizeilichen und sicherheitsrelevanten Vorschriften entsprechen und zudem mit den Vorgaben der Liegenschaftsverwaltung verglichen werden.

Auch musste die Umsetzung so geplant werden, dass es eine Mitarbeit der Jugendlichen ermöglichte und trotzdem deren Sicherheit gewährleistete. Ein weiteres Kriterium bei der Umsetzung war, dass die Arbeiten möglichst komprimiert in wenigen Tagen umgesetzt werden konnte, damit der Betrieb des Jugendtreffs nicht lange verhindert wurde. Deshalb haben wir das Bauvorhaben in den Weihnachtsferien durchgeführt und die vorbereitenden Arbeiten im Vorfeld erledigt. Stephan Mayenknecht leitete diese Arbeiten und betreute die Jugendlichen bei der Umsetzung. Der eigentliche Einbau war dann in vier Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr möglich. Besonders erfreulich war die Mithilfe vieler Jugendlicher, welche mit grosser Begeisterung bei der Sache waren. Fast jede Besuchende hat einen Beitrag geleistet. Insgesamt wohl an die 50 Jugendliche, welche an diesem Bauwerk in Gruppen mitarbeiteten. So freuen wir uns sehr über diese Bereicherung im Jugendtreff. Solche selbsterstellten Bauten eignen sich immer besonders gut, um eine Partizipation zu erreichen und eine starke Verbindung innerhalb der Gruppe zu bewirken.

Möglich war dieses Bauvorhaben durch die grosse Unterstützung durch die Baubehörde Diessenhofen und ein Netzwerk zu Handwerkern und prüfenden Stellen. Die Planung konnte Stephan Mayenknecht erledigen und auch das Erstellen der Bau- und Ablauf-Pläne.

Jahresbericht 2019

Umsetzung neues Konzept

Infrastruktur

Nachdem die Trägerschaft das neue Konzept, und die damit zusammenhängenden Budget-Erweiterungen bewilligte, konnte dies in der Offenen Jugendarbeit umgesetzt werden. So wurde es möglich die technische Anlage und die Einrichtung auf einen zeitgemässen und funktionierenden Stand zu bringen. Dadurch wurde z.B. Karaoke auch fester Bestandteil des täglichen Treffbetriebs.

Personelles

Ab Juli standen der OJA 120 Stellenprozente zur Verfügung. 100% wurden vom Stellenleiter Stephan Mayenknecht abgedeckt und je 10% von Tina Lier und Kathrin Greuter. Kathrin verliess allerdings die Jugendarbeit per Ende September, da sie in ihrem Haupterwerb bei der Migros ein grösseres Pensum übernehmen konnte. Ihre 10% wurden von Tina Lier übernommen. Ab Oktober arbeitete sie so samstags 8 Stunden.

Struktur

Wie jedes Jahr fand in der ersten Woche des Schuljahres ein Info-Anlass für die Schüler der 1. Sekundarstufe statt. Für diese Altersgruppe war damit auch der Zutritt zum Jugendtreff möglich. In diesem Jahr war das Echo besonders gross. Seit diesem Anlass besuchten rund 40 SchülerInnen den Treff zusätzlich. Das hat auch zu einer neuen Zusammensetzung der GesamtbesucherInnen geführt. War bisher die Altersklasse der 12 – 14-Jährigen eher schwach besetzt, war sie nun die stärkste Gruppe. Auch die Gruppe der 15 – 16-Jährigen war weiterhin sehr gross. Deutlich abgenommen hat die Besucherzahl der über 18-Jährigen. So war das Durchschnittsalter des Publikums in wenigen Monaten deutlich gesunken. Die Gesamtbesucherzahlen bewegten sich bei ca. 100 regelmässigen Gästen und täglichen Besucherzahlen von bis zu 60 Personen. Ausser samstags wurde der Treff von Stephan Mayenknecht alleine betreut. Dies war nur deshalb möglich, weil die Stimmung im Treff sehr friedlich verlief und keine grösseren Probleme zu erkennen waren.

Zusammensetzung der BesucherInnen

Ende 2019 wurde eine Member-Karte eingeführt. Einerseits war dadurch auch eine präzise Statistik möglich, da gleichzeitig auch Wohnort und Jahrgang erfasst wurden. Andererseits wurden zwei Gruppen geführt: Jugendliche, welche eher «User» sind (Bronze-Karte), die Infrastruktur gerne benutzen und sich mit Freunden treffen und eine zweite Gruppe (Silber-Karte), welche auch Verantwortung für die Strukturen, Sauberkeit und das Programm übernehmen. Diese Gruppe ist erfreulich auf 18 Jugendliche angestiegen. Sie haben auch vermehrt Stimmrecht bei Entscheidungen den Treffbetrieb betreffend.

 

Insgesamt wurden 71 Ausweise ausgestellt. Es wurden aber noch nicht alle Jugendlichen erfasst. Ca. 15 Karten werden in den nächsten Wochen noch ausgehändigt. Erfasst wurden nur Jugendliche von 12 – 18 Jahren. Die Älteren sind nicht erhoben worden. Diese Gruppe von etwa 40 Jugendlichen erscheint nur noch sporadisch, haben aber nach wie vor einen stabilisierenden Effekt für das Gesamtgefüge. Insgesamt ist die Gruppe der Jugendlichen, die den Treff und das Areal nutzen auf 125 angestiegen. Die erfassten Jugendlichen setzen sich wie folgt zusammen:

 

Raum-Patenschaft

Aus der «Silber-Gruppe» haben sich einige Jugendliche bereit erklärt auch für die Sauberkeit des Areals Sorge zu tragen. Gemeinsam wurde eine «Raum-Patenschaft» für das Gebiet des Güterschuppens errichtet. Dreimal wöchentlich wurde das Areal gemeinsam vom Jugendarbeiter und Jugendlichen gereinigt. Die Beteiligung war sehr gross und die Abläufe funktionierten erfreulich.

Ferien-Programm

Während der Herbstferien war der Treff jeweils von Montag bis Samstag geöffnet und ein spezielles Ferien-Programm konnte umgesetzt werden. Nebst den erweiterten Öffnungs-zeiten war es möglich ein spannendes Angebot mit täglichen Herausforderungen anzu-bieten. Dies wurde sehr gut angenommen und die Besucherzahlen waren erfreulich. 

Befragung Schüler Schlatt

Für die Befragung der Schüler von Schlatt wurde ein Fragebogen erstellt. Dieser sollte nebst dem Freizeitverhalten auch festhalten welche Gründe für oder gegen einen Besuch des Jugendtreffs sprechen. Am 29. November fand ein Anlass in der Sekundarschule statt, an dem alle SchülerInnen der Oberstufe aus Schlatt teilnahmen. Nebst der Erhebung konnte der Anlass auch zum Vorstellen der Jugendarbeit genutzt werden.

Die Befragung hat bestätigt, dass relativ wenige (9) Jugendliche interessiert sind den Treff zu besuchen. Als Gründe werden die hohe Zufriedenheit mit dem Angebot und der Situation in der Wohngemeinde angegeben und die relativ grosse Distanz zum Jugendtreff. Die Jugendlichen scheinen sehr gut in die Familien- und Vereins-Strukturen eingebunden und mit ihrer Gesamtsituation zufrieden.

Einige Jugendlichen möchten sich aber trotzdem für einen Treffpunkt in Schlatt stark machen. Sie bildeten eine Gruppe von ca. 15 Personen. Es gab Gespräche über eine Nutzung des Jugendtreff-Busses. Dafür werden noch intensive Gespräche mit der Jugendkommission, Behörden, Grundstückbesitzern und den betr. Jugendlichen geführt werden.

Programm

2019 hielten wir das Angebot spannend und stellten verschiedene Angebote bereit. Regelmässig wurden Turniere veranstaltet im Bereich Tischfussball, Billard, Fifa usw. Dabei zeigten die Jugendlichen viel Engagement und organisierten den Ablauf zu grossen Teilen selbständig. Täglich gab es «Challenges» an der Theke wobei Allgemeinwissen abgefragt wurde und die Jugendlichen dabei gegeneinander antraten. Die GewinnerInnen erhielten ein Getränk. Das Angebot erfreute sich grosser Beliebtheit. Zudem fanden verschiedene spezielle Anlässe statt. Dazu gehörten:

Projektwoche Lounge

Eröffnungsparty Aussengelände

Übernachtungsparty mit Film

Abschiedsparty Kathrin

Grusel-Party «Strange»

Weihnachtsessen

Ausblick 2020

Für die folgenden Jahre möchten wir jeweils ein Jahresmotto festlegen und die Anlässe diesem unterordnen. Für 2020 ist dieses Motto «Ausgleich/Balance». Bearbeitet werden so Themen, die das Nehmen und Geben, persönliche Energie-Balance, soziales Engagement, Umwelt und Gesundheit beinhalten. Geplant sind verschiedene Anlässe für die Silber-Gruppe wie Ausflüge, Lager und Events. Dies soll auch ein Ausgleich für das Engagement darstellen.

Im baulichen Bereich werden wir die Stromanschlüsse verbessern und den Keller neu einrichten und im Frühling die Lounge neu mit Beton überziehen.

Im Blick werden wir die wachsenden BesucherInnen-Zahlen haben. Es ist zu erwarten, dass im Sommer wiederum neue SekundarschülerInnen dazu stossen werden, wodurch wir dann eine kritische Grösse erreichen dürften, welche dann wieder neue Massnahmen zur Betreuung (SpringerInnen, Freiwilligenarbeit, Zivilschutz-Mitarbeiter usw.) erfordern könnten. 

Der Bedarf nach einem Gruppenraum ist relativ hoch. Auch das werden wir im laufenden Jahr thematisieren und Lösungen erarbeiten.

 

Stephan Mayenknecht

16. Januar 2020